Der Gebäudesektor steht seit Jahren im Fokus der Energiewende. Und doch wiederholt sich die Diagnose mit bemerkenswerter Konstanz: Die Sanierungsrate ist zu niedrig, die Sanierungstiefe reicht nicht aus, und die notwendigen Effizienzgewinne bleiben hinter den Zielen zurück.
Der aktuelle Gebäudeenergiereport der dena bestätigt diese Einschätzung erneut – fundiert, datenbasiert und ohne Überraschungen. Technische Lösungen sind bekannt, wirtschaftliche Potenziale vielfach berechnet. Trotzdem bleibt die Wirkung begrenzt.
Was also bremst?
Aus unserer Sicht liegt die zentrale Herausforderung weniger in der Technik als in der Umsetzung. Gebäude werden weiterhin isoliert betrachtet, Maßnahmen nebeneinander geplant und Förderlogiken kurzfristig angepasst. Das erschwert Priorisierung, verunsichert Entscheidungsträger:innen und führt dazu, dass bekannte Lösungen nicht in die Breite kommen.
Der dena-Report macht deutlich, dass der Gebäudesektor nur dann vorankommt, wenn Zusammenhänge stärker mitgedacht werden: Gebäudehülle, Anlagentechnik, Stromsystem, Nutzerverhalten und regulatorische Rahmenbedingungen wirken nicht getrennt voneinander. Wer hier wirksam handeln will, braucht nicht mehr Einzelmaßnahmen, sondern Orientierung im Gesamtsystem.
Genau das erleben wir auch in unserer täglichen Arbeit mit Kommunen und Unternehmen. Es fehlt selten an Ideen oder Motivation. Was fehlt, ist ein gemeinsames Bild: Wo stehen wir? Welche Maßnahmen haben die größte Wirkung? Und in welcher Reihenfolge ergibt Umsetzung wirklich Sinn?
Der Gebäudeenergiereport liefert dafür eine wichtige Grundlage. Er ersetzt keine Entscheidungen – aber er schärft den Blick für das Wesentliche. Die Aufgabe beginnt danach: aus Wissen Handlung zu machen.
Den vollständigen Gebäudeenergiereport 2026 der dena finden Sie hier:
dena-Gebäudereport 2026



